Die vier
Ukulele-Typen
im Vergleich
Sopran, Konzert, Tenor oder Bariton – welcher Typ passt zu dir? Alles, was du wissen musst, auf einen Blick.
Die Ukulele gibt es in vier Hauptgrößen – und die Wahl des richtigen Typs ist wichtiger, als viele Einsteiger denken. Klang, Spielgefühl, Griffabstände und sogar die Stimmung können sich je nach Größe deutlich unterscheiden. Dieser Artikel erklärt dir jeden Typ genau, damit du weißt, welche Ukulele wirklich zu dir passt.
Alle Akkorddiagramme, Griffbilder und Tabulaturen auf gitarrelernen-anfaenger.de beziehen sich auf die Standard-Stimmung G-C-E-A (von der G-Saite zur A-Saite). Diese Stimmung gilt für Sopran, Konzert und Tenor. Der Bariton wird separat behandelt, da er eine abweichende Stimmung hat.
Eine Konzert-Ukulele aus Mahagoni – der beliebteste Typ für Einsteiger mit Gitarrenerfahrung.
Sopran-Ukulele
Die Sopran-Ukulele ist die kleinste und älteste der vier Größen – und für viele der Inbegriff der Ukulele überhaupt. Wer an das Instrument denkt, hat meistens eine Sopran im Kopf: klein, leicht, mit dem charakteristisch hellen, fast „glockenartigen“ Klang, den man von hawaiianischer Musik kennt.
Durch die kurze Mensur von 33 cm liegen die Bünde sehr eng beieinander. Das ist für Kinder und Menschen mit kleinen Händen ideal – für Gitarristen mit großen Händen kann es aber anfangs etwas beengt wirken. Die Griffabstände sind spürbar kleiner als auf einer Gitarre oder einer Konzert-Ukulele.
Klanglich ist die Sopran der hellste und „perkussivste“ Typ: viel Attack, wenig Sustain, ein fröhlicher, tänzelnder Ton. Sie eignet sich besonders für traditionelle hawaiianische Musik, Folk und Songs, die von diesem leichten, unbeschwerten Klang leben.
Für Kinder und Jugendliche, für alle mit kleinen bis mittleren Händen, für alle, die den klassischen Ukulele-Klang suchen, und für alle, die ein besonders günstiges Instrument wollen. Gute Einstiegsmodelle gibt es bereits ab 40–60 Euro.
Konzert-Ukulele
Die Konzert-Ukulele ist geringfügig größer als die Sopran – und dieser Unterschied macht sich sofort bemerkbar. Die Bünde liegen etwas weiter auseinander, der Hals ist breiter und der Korpus voluminöser. Das Ergebnis: ein wärmerer, vollerer Klang mit etwas mehr Sustain und ein entspannteres Spielgefühl.
Für Gitarristen ist die Konzert-Ukulele häufig die beste Wahl für den Einstieg. Die Griffabstände kommen der gewohnten Gitarrengeometrie näher, die Finger finden sich leichter zurecht und das Instrument fühlt sich weniger winzig an. Trotzdem bleibt sie kompakt genug, um den echten Ukulele-Charakter zu bewahren.
Klanglich liegt die Konzert zwischen Sopran und Tenor: etwas wärmer und runder als die Sopran, aber noch mit dem typisch hellen Ukulele-Timbre. Sie verträgt sich gut mit der hoch-G-Stimmung und liefert auch mit tief-G noch einen ausgewogenen Klang.
Für Gitarristen, die auf die Ukulele umsteigen, für Erwachsene mit normalen bis großen Händen, für alle, die einen ausgewogenen Klang suchen, und für alle, die ein vielseitiges Allround-Instrument wollen. Empfohlener Einstiegspreis: ab 70–120 Euro.
Tenor-Ukulele
Die Tenor-Ukulele ist die größte Variante mit der Standard-Stimmung G-C-E-A. Durch den deutlich größeren Korpus und die längere Mensur von 43 cm entfaltet sie einen substanziell volleren, wärmeren Klang – mit mehr Tiefe und längerem Sustain als Sopran und Konzert.
Die Tenor ist das bevorzugte Instrument vieler professioneller Ukulele-Spieler, darunter auch Jake Shimabukuro, der mit seiner Tenor-Ukulele weltberühmt wurde. Der größere Hals bietet bequeme Griffabstände und ermöglicht anspruchsvollere Grifftechniken und Lagenspiel.
Auch mit der tief-G-Stimmung – bei der die G-Saite eine Oktave tiefer gestimmt wird als bei der re-entranten Standard-Stimmung – klingt die Tenor hervorragend. Viele fortgeschrittene Spieler bevorzugen diese Variante für ein gitarrenähnlicheres Klangbild mit mehr Bassanteil.
Für Fortgeschrittene, die mehr Klangvolumen suchen, für Gitarristen mit großen Händen, für alle, die Fingerstyle oder Solo-Ukulele spielen möchten, und für alle, die professionelle Aufnahmen machen wollen. Gute Instrumente ab 120–200 Euro.
Bariton-Ukulele
Die Bariton-Ukulele ist die größte der vier Typen – und sie unterscheidet sich von den anderen nicht nur in der Größe, sondern auch fundamental in der Stimmung. Statt G-C-E-A ist sie auf D-G-H-E gestimmt. Das sind genau die vier höchsten Saiten einer Standard-Gitarre.
Das hat eine wichtige Konsequenz: Wer die Griffbilder der anderen Ukulele-Typen (G-C-E-A) gelernt hat, muss für die Bariton von vorne anfangen. Die Akkordgriffe sind identisch mit der Gitarre – ein C-Griff auf der Bariton klingt genauso wie ein C-Griff auf den vier hohen Gitarrensaiten. Für Gitarristen ist dieser Einstieg besonders leicht; für reine Ukulele-Spieler bedeutet es Umlernen.
Klanglich ist die Bariton die wärmste, tiefste und vollste aller Ukulelen. Sie klingt weniger wie eine „klassische“ Ukulele und mehr wie eine kleine Gitarre – was sie für bestimmte Musikstile sehr reizvoll macht, aber den typischen Ukulele-Charakter vermissen lässt.
Da die Bariton-Ukulele eine eigene Stimmung (D-G-H-E) verwendet, gelten alle Akkorddiagramme und Griffbilder auf dieser Website nicht für die Bariton. Wenn du nach Bariton-Akkorden suchst, kannst du direkt die Gitarren-Akkorddiagramme der vier hohen Saiten verwenden.
Für Gitarristen, die die Ukulele-Welt erkunden wollen, ohne neue Griffbilder zu lernen, für alle, die einen tiefen, vollen Klang bevorzugen, und für Spieler, die ein Instrument zwischen Ukulele und Gitarre suchen. Einstiegspreise ab 100–180 Euro.
Alle vier Typen auf einen Blick
| Typ | Länge | Mensur | Bünde | Stimmung | Ideal für |
|---|---|---|---|---|---|
| Sopran | 53 cm (21″) | 33 cm | 12–15 | G-C-E-A | Kinder, Einsteiger, klassischer Sound |
| Konzert | 58 cm (23″) | 38 cm | 15–18 | G-C-E-A | Gitarristen, Allrounder, Erwachsene |
| Tenor | 66 cm (26″) | 43 cm | 17–19+ | G-C-E-A | Fortgeschrittene, Fingerstyle, Bühne |
| Bariton | 76 cm (30″) | 51 cm | 18–21+ | D-G-H-E | Gitarristen, tiefer Klang, Gitarren-Griffbilder |
Welche Ukulele soll ich kaufen?
Die kurze Antwort: Als Einsteiger mit Gitarrenerfahrung empfehlen wir fast immer die Konzert-Ukulele. Sie vereint den echten Ukulele-Klang mit angenehmen Griffabständen und ist in jeder Preisklasse gut erhältlich.
Wenn du dir beim Kauf noch unsicher bist: Geh in ein Musikgeschäft und spiel alle verfügbaren Größen kurz an. Der Unterschied im Spielgefühl ist sofort spürbar – und dein Instinkt wird dir oft die beste Antwort geben.
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