Der 12-Takt Blues – Gitarre lernen für Anfänger

🎸 Der 12-Takt Blues

Lerne die Grundlage für unzählige Rock-, Jazz- und Blues-Songs

Der 12-Takt Blues

Die folgende Tabelle zeigt die Form eines Standard-Blues mit 12 Takten in E. Die römischen Ziffern zeigen die Beziehung jedes Akkords zur Tonart oder Tonika der Melodie an – in diesem Fall E. E7 ist also der I7-Akkord, A7 der IV7-Akkord und B7 der V7-Akkord. Vielleicht ist dir auch aufgefallen (jetzt, wo du deine Intervalle kennst), dass E bis A eine reine Quarte und E bis B eine reine Quinte ist. Die Schrägstriche stehen für die vier Schläge jedes Taktes, aber nicht unbedingt für die Anschlagrichtung.

12-Takt Blues-Schema
12-Takt Blues-Schema mit Takteinteilung und Akkorden (I7, IV7, V7)
💡 Wichtig zu verstehen: Es ist gängige Praxis, Akkorde in Melodien mit römischen Ziffern zu bezeichnen. Das ermöglicht uns, die Struktur und Form von Melodien zu lernen, ohne auf bestimmte Tonarten festgelegt zu sein. Ein Blues in der Tonart C würde beispielsweise die Akkorde I7, IV7 und V7 enthalten, also C7, F7 und G7. Wenn du durch die kommenden Kapitel gehst, wirst du auf eine Reihe gängiger Variationen der grundlegenden 12-Takt-Form in verschiedenen Tonarten treffen.

Der Shuffle-Rhythmus

Der Shuffle ist der häufigste Rhythmus im Blues und zeichnet sich durch ein ansteckendes, hüpfendes Feeling aus. Bevor wir lernen, den Shuffle zu spielen, schauen wir uns an, wie er sowohl erstellt als auch notiert wird. Der Shuffle basiert auf Triolen. Nimm zunächst einen Takt Viertelnoten und unterteile jeden Schlag in Triolen.

12-Takt Blues-Schema
12-Takt Blues-Schema mit Takteinteilung und Akkorden (I7, IV7, V7)

Entferne nun die zweite Note jeder Triole und behalte die erste und dritte (oder binde alternativ die erste und zweite Note der Triole zusammen), um einen Shuffle-Rhythmus zu erzeugen. Um diesen Rhythmus einfacher zu lesen und zu schreiben, ist es üblich, ihn in Achtelnoten zu notieren. Versuche, diesen Rhythmus auf deiner tiefen E-Saite zu spielen.

12-Takt Blues-Schema
12-Takt Blues-Schema mit Takteinteilung und Akkorden (I7, IV7, V7)
📖 Notation: Achtelnoten, die auf diese Weise gespielt werden, nennt man Swing-Achtelnoten. Wenn ein Stück mit Swing-Achteln gespielt werden soll, erscheint oben im Notenblatt ein entsprechender Hinweis.

🎧 Höre dir den Shuffle-Rhythmus an

Höre genau auf das charakteristische „hüpfende“ Feeling des Shuffle-Rhythmus

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12-TAKT-BLUES: Akkorde & Triolen-Feeling
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🎧 Höre dir den Shuffle-Rhythmus an

Höre genau auf das charakteristische „hüpfende“ Feeling des Shuffle-Rhythmus

Das klassische Blues-Riff

Jetzt können wir einen 12-Takt-Blues mit Shuffle-Feeling spielen. Dieses erste Shuffle-Pattern ist wohl eines der beliebtesten und sofort erkennbarsten Blues-Gitarrenriffs aller Zeiten. Es markierte die Abkehr von den Swing- oder Jump-Blues-Stilen der 1940er Jahre und die Entstehung eines rockigeren Boogie-Blues-Stils.

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🎧 Höre dir den Shuffle-Rhythmus an

Höre genau auf das charakteristische „hüpfende“ Feeling des Shuffle-Rhythmus

🎸 So spielst du das Riff richtig:

Um dieses Riff wirklich gut klingen zu lassen, solltest du mehrere Dinge beachten:

  • Abschläge: Das Riff sollte ausschließlich mit Abschlägen gespielt werden
  • Palm Mute (P.M.): Mit der Handfläche deiner rechten Hand bzw. Schlaghand dämpfst du die Saiten am Steg leicht ab
  • Wichtig: Achte darauf, die Saiten nicht zu stark abzudämpfen, da die Noten sonst erstickt klingen und nicht richtig zur Geltung kommen
  • Der richtige Druckpunkt: Experimentiere, bis du den richtigen Druckpunkt gefunden hast
🎧 Lern-Tipp: Noch besser – Hör dir etwas von Jimmy Reed an und lerne es direkt vom Meister selbst. Die Zahlen in der Notation zeigen den Fingersatz der linken Hand an – überprüfe, ob du ihn richtig anwendest.
👆 Fingersatz: Die Zahlen in der Notation bedeuten:
1 = Zeigefinger | 2 = Mittelfinger | 3 = Ringfinger | 4 = Kleiner Finger
0 = Leersaite (nicht greifen)

Übungstipps für deinen Erfolg

📋 Schritt-für-Schritt Anleitung

  • Schritt 1: Lerne die 12-Takt-Akkordfolge auswendig. Spiele sie zunächst langsam und mit einfachen Downstrokes (Abschlägen).
  • Schritt 2: Übe den Shuffle-Rhythmus isoliert auf einer Leersaite, bis das Feeling sitzt.
  • Schritt 3: Kombiniere den Shuffle-Rhythmus mit der Akkordfolge. Beginne bei 60-80 BPM.
  • Schritt 4: Füge das klassische Blues-Riff hinzu und achte auf die Palm-Mute-Technik.
  • Schritt 5: Transponiere den Blues in andere Tonarten (A, C, G, D).
  • Schritt 6: Spiele zu Blues-Backing-Tracks und jamme mit anderen!
⏱️ Geduld ist der Schlüssel: Der Blues lebt vom Groove und Feeling. Nimm dir Zeit, den Rhythmus wirklich zu verinnerlichen. Es ist besser, langsam und präzise zu spielen, als schnell und unsauber. Mit der Zeit kommt die Geschwindigkeit von allein!

Höre von den Meistern

🎵 Diese Künstler solltest du dir anhören:
  • Jimmy Reed – Der Meister des Shuffle-Blues
  • Muddy Waters – Chicago Blues Pioneer
  • B.B. King – The King of Blues
  • Chuck Berry – Rock ’n‘ Roll Gitarren-Legende
  • John Lee Hooker – Boogie Blues Innovator
  • Robert Johnson – Delta Blues Legende

Durch das Hören dieser Künstler entwickelst du ein Gefühl für authentischen Blues-Sound und lernst verschiedene Spielweisen und Variationen kennen.

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