Gitarre spielen und
Ukulele lernen –
so einfach ist der Wechsel
Du spielst bereits Gitarre – und jetzt reizt dich die Ukulele? Dann haben wir großartige Neuigkeiten für dich: Du hast bereits den größten Teil des Weges hinter dir. Als Gitarrist bringst du nämlich genau die Fähigkeiten mit, die den Einstieg in die Ukulele so viel einfacher machen als für absolute Neulinge.
In diesem Artikel zeigen wir dir, was du direkt übertragen kannst, wo die kleinen Unterschiede liegen und wie du am schnellsten deinen ersten Ukulele-Song spielst.
Gitarristen lernen die Grundlagen der Ukulele oft in wenigen Stunden – nicht Wochen. Das liegt an der engen musikalischen Verwandtschaft beider Instrumente.
Was du als Gitarrist schon mitbringst
Lass uns ehrlich sein: Der schwerste Teil beim Erlernen eines Saiteninstruments ist die Koordination zwischen beiden Händen, das Gefühl für Rhythmus und das Verständnis von Akkorden. All das hast du dir mit der Gitarre bereits erarbeitet.
Grifftechnik der linken Hand
Deine linke Hand kennt das Drücken von Saiten auf einem Griffbrett bereits. Die Ukulele hat zwar nur vier statt sechs Saiten und einen schmaleren Hals – aber genau das macht es leichter. Die Finger müssen weniger weit greifen, die Abstände sind kleiner und die Saiten lassen sich mit weniger Kraft runterdrücken.
Anschlagstechnik der rechten Hand
Ob Fingerpicking, einfaches Strumming oder ein rhythmisches Muster – das, was deine rechte Hand auf der Gitarre gelernt hat, ist auf der Ukulele direkt anwendbar. Der Klang ist heller und weicher, aber die Bewegungsabläufe bleiben dieselben.
Akkordwissen und Musiktheorie
Hier liegt der vielleicht größte Vorteil. Du verstehst bereits was ein Dur-Akkord, ein Moll-Akkord oder ein Septakkord ist. Du weißt, wie Akkordwechsel funktionieren. Dieses Wissen gilt auf jedem Saiteninstrument – es ist nur die Griffposition, die sich leicht ändert.
Die wichtigsten Unterschiede – ehrlich erklärt
Damit du nicht überrascht wirst, hier die Punkte, auf die du achten solltest. Keiner davon ist ein wirkliches Hindernis, aber du solltest sie kennen.
| Eigenschaft | Gitarre | Ukulele (Sopran/Konzert) |
|---|---|---|
| Anzahl Saiten | 6 Saiten | 4 Saiten |
| Standard-Stimmung | E-A-D-G-B-E | G-C-E-A (re-entrant) |
| Saitenmaterial | Stahl oder Nylon | Nylon / Fluorocarbon |
| Griffbreite | Breiter | Schmaler, kompakter |
| Lautstärke / Klang | Voller, tiefer | Hell, weich, fröhlich |
| Lernkurve für Gitarristen | — | Sehr flach (1–3 Tage für Basics) |
Die re-entrant Stimmung – was ist das?
Das ist der einzige wirklich neue Begriff für Gitarristen. Bei der Gitarre werden die Saiten von tief nach hoch gestimmt. Bei der Ukulele ist die dickste Saite (G) höher gestimmt als die benachbarte C-Saite. Das klingt zunächst seltsam, sorgt aber für den typischen hellen, vollen Ukulele-Klang. Du wirst dich schnell daran gewöhnen.
Akkordgriffe unterscheiden sich
Ein C-Dur auf der Gitarre sieht anders aus als ein C-Dur auf der Ukulele. Die gute Nachricht: Auf der Ukulele sind viele Grundakkorde noch einfacher zu greifen. Ein C-Dur zum Beispiel benötigt nur einen einzigen Finger. Für die häufigsten Akkorde brauchst du als Gitarrist maximal ein bis zwei Stunden Eingewöhnung.
Stell dir einfach vor, deine Gitarre hätte einen Kapodaster auf dem 5. Bund. Von dort aus kannst du mit deinen gewohnten offenen Akkordgriffen (C, D, E, A, G) spielen – und genau das entspricht der Ukulele-Stimmung A-E-C-G. Viele Griffbilder, die du schon kennst, lassen sich so direkt auf die Ukulele übertragen. Der Einstieg wird dadurch noch schneller.
Praktische Tipps für deinen Einstieg
Genug Theorie – so gehst du es konkret an:
1. Starte mit 4 Akkorden
Mit den Ukulele-Akkorden C, G, Am und F kannst du hunderte von Songs spielen. Lern diese vier, und du bist sofort spielbereit. Viele bekannte Songs aus Pop, Folk und Schlager funktionieren mit genau dieser Kombination.
3. Spiel Lieder, die du kennst
Der schnellste Weg zur Motivation ist ein Song, den du bereits liebst. Such die Ukulele-Tabulatur eines Songs, den du auf der Gitarre magst, und lern ihn auf der Ukulele. Der Lerneffekt ist enorm, weil dein musikalisches Ohr den Song bereits kennt.
4. Übe täglich – auch nur 10 Minuten
Das kennst du von der Gitarre: Regelmäßigkeit schlägt lange Sessions. Zehn Minuten täglich sind mehr wert als eine Stunde am Wochenende. Dein Muskelgedächtnis entwickelt sich durch Wiederholung, nicht durch Dauer.
Fazit: Der Wechsel lohnt sich – und er ist einfacher als gedacht
Die Ukulele ist kein zweites Instrument, das du von Null lernen musst. Sie ist für Gitarristen eine natürliche Erweiterung – ein helles, fröhliches Werkzeug, das du innerhalb weniger Tage spielbar machst und das dir eine ganz neue musikalische Freude schenkt.
Die Investition ist gering, die Lernkurve ist flach, und die Freude, die dieses kleine Instrument bereitet, ist überraschend groß. Viele Gitarristen nehmen die Ukulele irgendwann auf Reisen, zum Lagerfeuer oder einfach dann in die Hand, wenn sie entspannter und leichter musizieren möchten.
Also: Greif rein, lern die vier Grundakkorde – und spiel deinen ersten Song noch heute Abend.
📖 Mehr zum Thema auf dieser Seite
- Die Geschichte der Ukulele Woher kommt das kleine Instrument mit dem großen Klang? Eine Reise von Hawaii bis in die Wohnzimmer der Welt.
- Typen von Ukulelen im Überblick Sopran, Konzert, Tenor, Bariton – was sind die Unterschiede? Hinweis: Alle Akkorde und Griffbilder auf dieser Seite beziehen sich auf die Standard-Stimmung A-E-C-G.
Zurück zu Tipps für Gitarren-Anfänger?
Auf gitarrelernen-anfaenger.de findest du alles, was du für deinen Weg vom Anfänger zum selbstsicheren Spieler brauchst – kostenlos und verständlich erklärt.
Zur Startseite →